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Fortschritte in der Landwirtschaft

Für einen Agrarstaat wie Oldenburg sind die Fortschritte in der Landwirtschaft im ausklingenden 19. Jahrhundert immens wichtig. Friedrich Nieschlag konstatiert für die Jahrhundertwende "die Blütezeit der oldenburgischen Landwirtschaft". Besonders der Einsatz von Kunstdünger bringt die entscheidende Wende für die Landwirtschaft. 1860 noch so gut wie unbekannt, scheitern die ersten größeren Versuche 1870 mit Guano und Chilesalpeter an der Wirtschaftlichkeit und der Rentabilität. Erst der Einsatz von Thomasphosphatmehl und Kalisalz bringt ab 1890 gute Erfolge. Durch den massiven Einsatz des Kunstdüngers wird ein Rückgang des Ödlands erreicht. Die Gesamtfläche des Ödlands, bezogen auf die Gesamtfläche des Herzogtums, betrug 1846 41 Prozent. 1910 war ein Rückgang auf ca. 33 Prozent zu vermelden. In diesem Zusammenhang erklärt sich das Phänomen, daß Oldenburg 1912 den höchsten Kaliverbrauch des Deutschen Reiches im Verhältnis zur Anbaufläche hatte. Durch den Einsatz des Kunstdüngers wird auch der vormals bestehende Standortnachteil der Oldenburger und Münsterländischen Geest kompensiert. Jürgen Brockstedt sieht in der Kolonisation von Heide- und Moorgebieten den Hauptfortschritt für die Geest. In der Oldenburger Geest ist es vor allem das Gebiet des Ammerlandes, wo durch Einsatz des Kunstdüngers unkultiviertes Land in fruchtbares Grünland umgewandelt wird. Die Viehzucht und hier besonders die Schweinezucht kommen in Aufschwung. Auch in der Münsterländischen Geest werden die Viehzucht und die Milchwirtschaft vorangetrieben. Die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft wird auch durch zunehmenden Einsatz von Maschinen gesteigert. Mit Hilfe von Dresch- und Drillmaschinen, sowie Getreidemähmaschinen, Milchzentrifugen und Kühlmaschinen zieht in die Landwirtschaft die Industrie mit ein. Der Prozentsatz der Betriebe, die mit Hilfe von Maschinen die täglichen Arbeiten erledigen, stieg von 7,3 Prozent 1883 auf 26,5 Prozent 1907. Die Kolonisation von unkultiviertem Boden führt dazu, daß vormalige Kleinstbetriebe auf eine existenzsicherende Größe anwachsen. Der Abwanderungsprozeß der Bevölkerung läßt nach. Zusätzlich werden auf Kolonialstellen auswärtige Bevölkerungschichten angesiedelt. Hier sind es besonders Holländer, die einen großen Teil der neu Angesiedelten ausmachen. Die Ödlandkultivierung- und besiedlung war die größte Leistung der oldenburgischen Landwirtschaft. Die Siedlungsweise für die Kolonialstellen war genau geregelt. Sie sah vor, daß bei Kolonatsgrößen von 6-10 ha in der näheren Umgebung potentielle Ausweitungsstellen bereit standen. Desweiteren wurde der Boden vor der Einweisung der Kolonisten eingeebnet und entwässert, wie auch die Zuwegung für den Hausbau und die Torfabfuhr von seiten der Landesregierung erfolgte. Der Hausbau wurde erst für das zweite Jahr freigegeben, um den Siedlern Zeit zulassen, sich die Flächen einzurichten. Die Siedlung wurde zunächst kostenlos zur Verfügung gestellt. Nach den, den jeweiligen Umständen angepaßten festgesetzten Freijahren mußte für die Siedlung Rente bezahlt werden. Mit dem kapitalisierten Rentenbetrag konnte die Siedlung später in das Eigentum der Kolonisten wechseln. Zwischen 1900 und 1910 konnten auf 8500 ha 1000 Siedler neu angesiedelt werden.

 

 

 

 

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